Freitagsspiel 8. Spieltag: HSV geht gegen Frankfurt unter
Der Hamburger SV kommt auch unter seinem neuen Trainer Markus Gisdol nicht aus der Abstiegszone – ganz im Gegenteil. Das Freitagsspiel des achten Spieltags gegen Eintracht Frankfurt war vielmehr ein deutlicher Rückschritt. Der HSV verlor mit 0:3 und kam dabei wesentlich heftiger unter die Räder als es das eigentlich schon deutliche Ergebnis anzeigt. Keeper René Adler sollte nach dem Spiel erklären, man sei „abgeschlachtet“ worden.
Spielbericht: Holtbys Eigentor bringt Frankfurt auf den Weg
Es ist kaum zu glauben, dass es wirklich eine Zeit gab, in der Lewis Holtby als eines der größten Talente des deutschen Fußballs galt. Seit seinen Mainzer Tagen ist davon nichts mehr zu sehen – beim HSV wurde es immer schlechter. Der Mittefeldspieler traf gegen Frankfurt in der 35. Minute ins eigene Tor. Hamburg war damit auf der Verliererstraße.
Und dieses Schicksal war endgültig besiegelt, als Dennis Diekmeier in der 57. Minute mit der gelb-roten Karte vom Feld flog. Kurz danach (60.) traf Shani Tarashaj zum 2:0. Frankfurts Trainer Niko Kovac erteilte seinem Pendant Gisdol anschließend eine Lehrstunde in gutem Coaching: Er nahm den Torschützen sofort vom Feld und schickte Haris Seferovic auf den Platz, der die linke Angriffsseite der Eintracht beackerte. Kovac wollte so die durch den Platzverweis von Diekmeier deutlich geschwächte rechte Seite der Hamburger Verteidigung angreifen. Gisdol erkannte es nicht und reagierte entsprechend nicht. Das Resultat: Seferovic traf acht Minuten nach seiner Einwechslung zum 3:0. Erst jetzt holte der Hamburger Coach Kostic vom Feld und schickte Sakai auf den Platz, um das Loch in seiner Defensive zu schließen.
Beiersdorfer leidet an Wahrnehmungsstörungen
Eine ähnliche Leistung wie die Hamburger Mannschaft auf dem Platz brachte auch Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer an den Mikrofonen. Zwar gestand er ein, dass man heute „schlecht war“ und „ohne Herz“ gespielt habe. Trotzdem wähnt er sein Team nicht im Abstiegskampf. Das „System Gisdol“ fruchte, man werde „nach und nach die nötigen Punkte holen.“ Bei diesen Sätzen wirkte es fast so, als glaubte Beiersdorfer, er arbeite für Frankfurt.