Eine Frage der Mentalität
Im Kampf um die deutsche Meisterschaft musste Tabellenführer Borussia Dortmund einen herben Rückschlag einstecken. Die Schwarz-Gelben verspielten eine 3:0-Führung gegen die TSG aus Hoffenheim und mussten sich am Ende mit einem einzigen Punkt zufriedengeben (3:3). In der ersten Halbzeit hat noch rein gar nichts darauf hingedeutet, dass der BVB Probleme mit den Gästen aus Sinsheim Probleme haben sollten: zu schnell, zu überlegen, zu abgeklärt schien das Team von Lucien Favre zu agieren. Der Schweizer Lehrmeister fehlte dem BVB jedoch genauso krankheitsbedingt wie der verletzte Marco Reus oder der gesperrte Thomas Delaney.
Nachdem DFB-Pokal aus der nächste Tiefschlag
So souverän die Dortmunder bisher in dieser Saison agiert haben, langsam bekommt das Gerüst ein paar Risse und eine Erkenntnis macht sich breit: Ohne Reus ist wenig los beim BVB. Schon im Pokal mussten sich die Schwarz-Gelben gegen Werder Bremen im Elfmeterschießen geschlagen geben und nun sind es auch nur noch fünf Punkte Vorsprung auf den FC Bayern München. Bis zur 75. Minute führten die Dortmunder vor heimischer Kulisse komfortabel mit 3:0, doch TSG-Coach Nagelsmann hatte mit seinen Einwechslungen sein goldenes Händchen bewiesen. Ishak Belfodil war der am Ende alles überragende Mann, der mit seinem Doppelpack doch noch den Punktgewinn für die TSG eintütete. Innerhalb von zwölf Minuten egalisierten die Hoffenheimer den Drei-Tore-Rückstand und hätten mit einer besseren Chancenverwertung wohl auch noch von einem Sieg träumen dürfen. „Wir hatten Chancen für fünf bis sieben Tore“, bilanzierte Nagelsmann, der trotzdem mit der Mentalität seiner Spieler zufrieden sein dürfte. Anders sieht es bei den Schwarz-Gelben aus: Die kommenden Wochen können entscheidend sein. Unter der Woche geht es in der Champions League gegen Tottenham Hotspurs, die zurzeit den dritten Rang in der Premier League belegen. Direkt am Wochenende danach treffen die Dortmunder auf Ex-Coach Peter Bosz mit seinen Leverkusenern. Dass sich Bayer 04 immer besser unter Trainer Bosz zurechtfindet, zeigen die eindrucksvollen Siege gegen den FC Bayern (3:1) und das 5:1 über den 1. FSV Mainz 05. Jetzt ist eine Reaktion gefragt – mit oder ohne Reus.