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50+1: Hannover-Präsident zieht notfalls vor Gericht

Hannover 96-Präsident Martin Kind hat der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit einer Klage gedroht. Der Vereinsboss möchte die Mehrheit des niedersächsischen Klubs übernehmen und hat dafür eine Ausnahme der 50+1-Regel beantragt, die dies eigentlich verbietet. Ein Ausnahme-Passus war 2011 als Kompromiss in das Regelwerk aufgenommen worden, als Kind schon einmal die Mehrheit von 96 übernehmen wollte und mit einer Klage gedroht hatte. Demnach gilt, dass ein Investor, der einen Klub 20 Jahre ununterbrochen und erheblich unterstützt hat, die Mehrheit übernehmen darf. Kind sieht diesen Zeitpunkt seit dem 1. Januar 2017 als gekommen an. Die DFL hat die Entscheidung über seinen Antrag jedoch mehrfach vertagt.

Zweifel, ob Kind die Bedingungen erfüllt
Tatsächlich bestehen seitens der DFL Zweifel, ob Kind die geforderten Bedingungen erfüllt. „Erhebliche“ Unterstützung definiert das Regelwerk der DFL als den jährlichen finanziellen Betrag, den der jeweilige Hauptsponsor entrichtet hat. Kind könnte unter dieser Summe geblieben sein. Überdies war Kind 2006 für einige Wochen von allen Ämtern bei 96 zurückgetreten und hatte seine Unterstützung eingestellt. Eigentlich ist der Zeitraum kaum der Rede wert – nur liegt eben keine „ununterbrochene“ Unterstützung über 20 Jahre vor.

Hannover drohen 7 Millionen Euro Verlust
Kind droht der DFL aber nicht nur mit einer Klage, die sich Jahrelang durch die Instanzen ziehen und die Liga viel Prestige kosten dürfte. Indirekt setzt er auch dem eigenen Verein die Pistole auf die Brust, um die Fans auf die eigene Seite zu ziehen: Hannover drohen in diesem Jahr sieben Millionen Euro Verlust, was für die stark verschuldeten Niedersachsen ein erhebliches Problem ist. Kind erklärt, dass die einzige Chance, dieses Defizit abzuwenden und doch ein Gewinn zu machen, seine Übernahme der Mehrheit von 96 wäre. Ob man wirklich einen Mann den eigenen Klub ausliefern möchte, der solche Praktiken einsetzt, müssen die 96er wissen.

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