Jetzt auch Osako: Kann das wirklich nur Pech bei Werder sein?
Vor einigen Wochen veröffentlichte der „kicker“ einen Kommentar, in dem zum Ausdruck gebracht wurde, dass die Verletztenmisere von Werder Bremen nicht nur Pech sein könne. Vereinsvertreter und Fans schimpften auf das Fachmagazin und kritisierten eine in ihren Augen böswillige Berichterstattung. Inzwischen hat sich die Situation an der Weser weiter verschärft. Mit Yuya Osako hat unlängst der beste Spieler der Bremer in der bisherigen Hinrunde „eine schwere Oberschenkelverletzung“ erlitten, wie die Norddeutschen bekanntgaben. Er ist der elfte (!) Profi im Lazarett der Bremer. Die Verantwortlichen rätseln und haben Probleme mit der Ehrlichkeit.
Baumann und Kohfeldt verstehen die Gründe nicht
Manager Frank Baumann erklärte, es sei „ein Mysterium“, was derzeit passiere. Trainer Florian Kohfeldt äußerte, dass die Verantwortlichen „keine Grundzweifel“ an der eigenen Herangehensweise hätten, aber natürlich „nach Lösungen“ suchten, für das, „was gerade bei uns passiert.“ Er fahnde bereits seit einigen Wochen nach Zusammenhängen, so Kohfeldt weiter. Diese seien aber nicht zu finden. Neuzugang Michael Lang fügt an, was eigentlich kein Spieler öffentlich erklären sollen müsste: Er habe nichts entdeckt, was die vielen Verletzungen erklären würde. Baumann verweist zudem auf die letzte Saison, in der die Bremer fast kein Verletzungspech hatten. Sechs Feldspieler konnten mindestens 30 Bundesliga-Spiele machen. Dies zeige, wie gut die Belastungssteuerung funktioniert habe. Und die sportliche Führung habe kaum etwas geändert.
Ganz so einfach ist es nicht
Was Baumann und Kohfeldt verschweigen: Werder hat die medizinische Abteilung im Sommer personell komplett neu aufgestellt. Es gab also durchaus eine schwerwiegende Änderung in der Betreuung der Spieler. Sowohl Maxi Eggestein wie auch Osako verletzten sich bei etwas ominösen Geheimtrainings. Kapitän Niklas Moisander musste angeschlagen einen bedeutungslosen Test gegen Hannover 96 spielen und trug hier seine Verletzung davon. Neuzugang Ömer Toprak wurde eine Woche nach seinem Debüt, bei dem er mit einem Muskelfaserriss ausgewechselt wurde, erneut wiedereingesetzt. Die Konsequenz war eine erneute vorzeitige Auswechslung und eine schwerere Verletzung.
Und dann ist da noch die Tendenz der Bremer Bosse zur Lüge: Spieler, die faktisch verletzt sind, fehlen in der Woche beim Training offiziell wegen der Belastungssteuerung. Kurz vor der Partie räumen Kohfeldt und Baumann dann ein, dass diese tatsächlich verletzt sind. Dies hat zwar mit der Gesundheit der Spieler nichts zu tun, aber lässt tief blicken.