Mainz verdient weiter an Schürle
Am Samstag wird André Schürrle an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren. Und die Freude über das Wiedersehen mit den alten Kollegen ist groß: „In mir steckt noch viel Mainz. Ich habe fünf Jahre beim FSV gespielt und verbinde sehr viele schöne Erinnerungen an diese Zeit“, so der 22-Jährige. Vor allem auf seinen ehemaligen Sturmpartner Adam Szalai freut sich der heutige Bayer-Star. Immerhin bildeten Lewis Holtby (Tottenham Hotspur), Szalai und Schürrle in ihrer gemeinsamen Mainzer Zeit die legendären Bruchweg-Boys. Aber auch die Vereinsverantwortlichen der Mainzer werden sich freuen ihren ehemaligen Schützling wieder zu sehen. Denn nun wurde bekannt: Die Mainzer verdienen bis heute hin am Erfolg des Flügelflitzers mit.
Gewinnt Schürrle morgen gegen die Ex-Kollegen und erreicht Leverkusen auch dadurch die Champions League, verdienen die Mainzer ordentlich mit. 2011 wechselte Schürrle für knapp unter 10 Millionen Euro Ablöse zum Werk-Club, aber zudem handelte der Mainzer Manager Christian Heidel einen Vertrag aus, der den Mainzer noch bis 2016 komplizierte Extra-Zahlungen zusichert. „Eine ganz faire Sache. Andre war schließlich schon Nationalspieler. Wir sind an seinem Erfolg und an dem von Bayer beteiligt. Deshalb freuen wir uns da über jeden Siegen – nur nicht, wenn’s gegen uns geht“, erklärte Heidel.
Dies bedeutet vereinfacht ausgedrückt: Wenn Schürrle seine Adidas-Fußballschuhe in einem Bundesliga-Spiel schnürt, wenn er das Trikot der Nationalmannschaft überstreift, wenn Bayer das Pokalfinale oder den internationalen Wettbewerb erreicht – in jedem dieser Fälle verdient der FSV Mainz 05 kräftig mit! Etwa drei- bis viermal im Jahr schicken die Mainzer Rechnungen an Bayer Leverkusen. Angeblich soll die Ablöse inzwischen schon auf 11 Millionen Euro angestiegen sein. Diese Angaben wollte Heidel nicht kommentieren, allerdings sagte er ganz deutlich: „Sollte Leverkusen ihn vor 2016 mit Gewinn weiter verkaufen, gehört uns als Ausgleich ein Teil der Ablöse.“ Gut für die Mainzer, dass der Nationalspieler bekennender England-Fan ist und immer wieder beim Premier-League-Club Chelsea London gehandelt wird.